Kursdetails

    SEMINAR-NR. I3-340 /19

    Netzwerkmanager*in im Sozialraum, Reihe E

    Wann
    02.12.2019, 14:00 Uhr - 09.12.2020, 14:00 Uhr
     
    Zielgruppe
    Mitarbeiter*innen öffentlicher Träger und der AWO, die mit der Aufgabe betraut sind, sozialräumliche Netzwerke zwischen den verschiedenen sozialen Diensten zu initiieren, zu entwickeln und zu koordinieren.
     
    Leitung
    Titz, Klaus / Dr. Schönknecht, Christiane
     
    Zuständig
    Karin Kaltenbach
     
    Ort
    AWO Tagungszentrum Haus Humboldtstein, Remagen-Rolandseck
     
    TN-Beitrag
    3950 € (Externe: 3950 €) inklusive Unterkunft und Verpflegung
     
    Download Seminarinfo

    Teilhabe von Menschen an der Gesellschaft beginnt dort, wo sie wohnen, im Sozialraum. Um Teilhabe zu ermöglichen, erfordert es zielgerichteter Aktionen, die sich an den Bedarfslagen und den Potenzialen von allen im Sozialraum lebenden Menschen orientieren. Demografische und gesellschaftliche Entwicklungen führen zu großen Herausforderungen in den Städten und Gemeinden. Bisherige Versorgungs- und Dienstleistungskonzepte z. B. in der Alten-, Jugend- und Behindertenhilfe stoßen zunehmend an Grenzen: So steigt die Nachfrage nach Pflege und Betreuung älterer Menschen bei gleichzeitigem Rückgang des familiären und professionellen Pflegepotenzials. Hierbei hat die kommunale Ebene eine besondere Bedeutung, denn dort wird das Zusammenspiel von Bürger*innen, Kommune und gemeinnützigen Trägern der Wohlfahrtspflege konkret gestaltet. Die Kommune hat die Aufgabe, den Zusammenhalt im Gemeinwesen zu stärken. Sie fördert Kooperationen, indem sie die Akteure an einen Tisch bringt und Kooperationen organisatorisch und finanziell unterstützt. Sie trägt im Sinne der Daseinsvorsorge auch die Verantwortung für eine teilhabeorientierte, integrierte Sozial- und Infrastrukturentwicklung. Träger sozialer Dienstleistungen haben die Aufgabe, ihre Arbeitsorganisation nicht mehr bereichsbezogen, sondern bedarfsorientiert, dezentral und sozialräumlich auszurichten. Das erfordert neben strukturellen Veränderungen der Organisationen, eine auf Kooperation ausgerichtete Ablauforganisation, erweiterte Unternehmenskommunikation und Personalentwicklung mit dem Ziel, vernetzte Arbeitsformen zu fördern und Sozialraumpotenziale zu erschließen. Voraussetzung dafür ist, dass die Träger der Wohlfahrtspflege und die Kommunen neue Organisations- und Leistungsstrukturen entwickeln, die durch eine konsequente Ressourcenorientierung sowie die Überwindung starrer Fachbereichs-/Leistungsbereichsgrenzen und damit verbundener Finanzierungszugänge gekennzeichnet sind. Eine integrierte Planung der sozialen Versorgung und der Aufbau beteiligungsorientierter Kooperationsformen zwischen den Akteuren sind wesentliche Grundpfeiler einer erfolgreichen Sozialraumarbeit. Für die Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege bedeutet das, flexible und auf den Sozialraum ausgerichtete Dienstleistungen anzubieten, die sich an den Konzepten zu Teilhabe, Selbstbestimmung und Prävention ausrichten und in Form lokaler Netzwerke umgesetzt werden. Das erfordert die Ermittlung der Bedarfe und der Ressourcen des Sozialraumes, um Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen, Leistungen bedarfsgerecht zu entwickeln und Ausgangspunkte für die Kooperationen professioneller Anbieter zu erkennen. Dazu braucht es Mitarbeitende, die über spezifische Kenntnisse und Kompetenzen verfügen, um sozialraumorientierte Arbeit und Netzwerke zu entwickeln. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. und die AWO Bundesakademie sehen in einer gemeinsamen Qualifizierung von Mitarbeitenden freier und öffentlicher Träger zur*zum Netzwerkmanager*in im Sozialraum die besondere Chance, Sichtweisen und Erwartungen zusammenzubringen und auf dieser Basis abgestimmte Arbeitsansätze im Sinne des Sozialraumes und seiner Einwohner*innen zu gestalten. Darüber hinaus gewinnen die Teilnehmenden Kenntnisse über Denk- und Handlungsweisen von Netzwerkpartnern im Sozialraum. Mögliche Dynamiken in der Entwicklung von Netzwerken können im Rahmen der Fortbildung vorausgedacht und reflektiert werden. Teilnahmevoraussetzungen: - Sozialräumliche Aufgabenschwerpunkte in der aktuellen Tätigkeit - Möglichkeit zur Durchführung eines fortbildungsbegleitenden Vernetzungsprojektes Ziele: - Persönliche und fachliche Kompetenzen für ein sozialraumorientiertes Netzwerkmanagement entwickeln - Klarheit über Funktion und Organisation sozialräumlicher Netzwerke gewinnen - Rolle und Aufgaben als Netzwerkkoordinator*in klären - Instrumente zur Netzwerkbildung und Netzwerkförderung konzeptionell und strukturiert bezogen auf einen Sozialraum anwenden - Grundlage der Zusammenarbeit von öffentlichen und freien Trägern bezogen auf Netzwerkarbeit kennenlernen Zertifikat: Voraussetzungen für den Zertifikatsabschluss sind: - Die regelmäßige Teilnahme an den Seminaren und den kollegialen Beratungsgruppen - Durchführung eines Praxisprojektes auf Basis des Projektkontrakts - Abgabe eines Projektberichtes - Präsentation und Diskussion der Projektergebnisse im Kolloquium Teilnehmer*innen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, erhalten eine Bescheinigung über die tatsächliche Kursteilnahme. Modul 1: Grundlagen der sozialräumlichen Netzwerkarbeit. 02.12. - 05.12.2019 Im ersten Seminar stehen Grundlagen des Sozialraumansatzes auf dem Programm. Es folgt eine IST-Analyse der sozialräumlichen Netzwerkarbeit und die Formulierung möglicher Zielstellungen. Der Blick in den Sozialraum zeigt, dass dort selbstständige und unabhängige Akteure zusammenarbeiten. Sie haben Verbindungen geknüpft, um beispielsweise die Informationsvermittlung in bestimmten Bereichen zu verbessern oder die Entwicklung von Innovationen zu fördern. Netzwerktypen mit ihren spezifischen Zielen und Handlungsformen werden differenziert vor dem Hintergrund bestehender Sparten betrachtet und mögliche übergreifende Verbindungen erarbeitet. Modul 2: Methoden und Instrumente sozialräumlicher Netzwerkarbeit. 17.02. - 20.02.2020 In diesem Modul steht die Erkundung des Sozialraumes im Mittelpunkt. Methoden sozialräumlicher Ressourcenrecherche werden vermittelt und mögliche Netzwerkziele abgeleitet. Netzwerke funktionieren nur dann, wenn sich die Akteure verbindlich beteiligen. Dazu ist eine Anschlussfähigkeit der Organisation an das Netzwerk erforderlich. Damit Organisationen und Verwaltungen fit für Netzwerkarbeit werden, sind Prozesse der Organisationsentwicklung ebenso notwendig wie formelle Vereinbarungen und eine kontinuierliche Kommunikation zwischen den Netzwerkpartnern. Zusammenarbeit im Netzwerk braucht die Offenheit, nicht an vorhandenen Strukturen festzuhalten, son-dern neue Arbeitsformen zu gestalten. Modul 3: Kommunikation und Methodentraining für die Sozialraumarbeit.11.05. - 14.05.2020 Netzwerkarbeit ist Kommunikationsarbeit. Netzwerkmanager*innen sind dabei nicht nur auf "Sendung", sondern nehmen aufmerksam die Interessen, Sichtweisen, Bedarfe und Ziele der Akteure im Sozialraum wahr und moderieren Prozesse des Interessenausgleiches und der gemeinsamen Zielfindung. Partizipative Methoden sind für die Arbeit im Sozialraum unerlässlich. Im Mittelpunkt des Seminars stehen Verfahren zur Bürgerbeteiligung und die Moderation von Aushandlungsprozessen. Modul 4: Steuerung und Evaluation von sozialräumlichen Netzwerken. 21.09. - 24.09.2020 Mit der Netzwerkarbeit verfolgen die Netzwerkpartner*innen definierte Ziele. Im Rahmen des Praxisprojektes halten sie die Ziele in einem Projektkontrakt fest. Auf Grundlage der Erfahrungen aus den Praxisprojekten werden Steue-rungsansätze in der Netzwerkarbeit reflektiert. Mögliche zielbezogene Kennzahlen und Indikatoren werden entwi-ckelt und Prozesse zur Selbstevaluation erarbeitet. Modul 5: Präsentation der Praxisprojekte inkl. Kolloquium. 07.12. - 09.12.2020 Das Kolloquium bildet den Abschluss der Fortbildung. Die Praxisprojekte werden einer Fachöffentlichkeit bestehend aus Mitarbeitenden der Träger und den Verwaltungen der Kursteilnehmer*innen und dem Referent*innenteam vorgestellt und Umsetzungserfahrungen reflektiert.

     
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