Kursdetails

    SEMINAR-NR. A1-803 /19

    Zugang zum Recht: Teilhabe- und Gesundheitsleistungen für geflüchtete Menschen mit Behinderungen vor, während und nach dem Asylverfahren

    Wann
    06.05.2019, 12:30 Uhr - 07.05.2019, 13:00 Uhr
     
    Zielgruppe
    In der Migrations- und Flüchtlingssozialarbeit haupt- und ehrenamtlich Beschäftigte, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und Behindertenhilfe. Solide Kenntnisse des Aufenthaltsrechts sind Voraussetzung für eine Teilnahme.
     
    Leitung
    Dr. Weiser, Barbara
     
    Zuständig
    Cordula Schuh
     
    Ort
    AWO Tagungszentrum Haus Humboldtstein, Remagen-Rolandseck
     
    TN-Beitrag
    190 € (Externe: 220 €) inklusive Unterkunft und Verpflegung
     

    Seit April 2016 unterstützt der AWO Bundesverband die vom BMFSFJ und UNICEF initiierte gemeinsame Initiative zum Schutz von geflüchteten Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Beteiligte Einrichtungen verpflichten sich, einrichtungsinterne Schutzkonzepte auf der Grundlage der in der Initiative entwickelten Mindeststandards für Flüchtlingsunterkünfte zu entwickeln und Schulungen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen anzubieten, die die Umsetzung des Schutzkonzeptes fördern (Mindeststandard 2). Auch unterstützt die AWO bundesweit in der täglichen Beratung und Begleitung die nach Deutschland geflohenen Menschen dabei, Zugang zum Recht zu erhalten und ihre individuellen Rechtsansprüche durchzusetzen. Leider ist der Zugang zu Gesundheits- und Teilhabeleistungen und barrierefreiem Wohnraum - trotz vieler Verbesserungen, die durch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte oder die Initiierung von lokalen Unter-stützungsnetzwerken eingetreten sind - für viele geflüchtete Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen, aufgrund der komplexen rechtlichen und behördlichen Gemengelage, erschwert oder nicht vorhanden. Deutschland ist jedoch zur Umsetzung von Europa- und Völkerrecht, wie etwa der UN-Behindertenrechts- und UN-Kinderrechtskonvention oder der EU-Aufnahmerichtlinie 2013/33/EU zum Schutz besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge, verpflichtet. Ebenfalls muss die globale Entwicklungsstrategie der 2030 Agenda in Deutschland umgesetzt werden, die Menschen mit Behinderungen einbezieht. 2017 hat sich der AWO Bundesverband mit einer Stellungnahme an der Anhörung des Deutschen Institutes für Menschenrechte zur Versorgungs- und Unterbringungssituation von geflüchteten Menschen mit Behinderungen beteiligt. Die aus der verbandsinternen Abfrage hundertfach gewonnenen Erkenntnisse sind erschreckend und nicht tolerierbar. Besonders schutzbedürftige Menschen, wie Menschen mit Behinderungen, werden nicht regelhaft identifiziert und ihre Bedarfs- und Versorgungslagen somit nicht gedeckt. Menschenrechte, wie das Recht auf Gesundheit oder das Recht auf Rehabilitation und Prävention, werden nicht umgesetzt. Individuelle Leid- und Diskriminierungserfahrungen und eine Verschlechterung des individuellen Gesundheitszustandes sind bekannte Folgen. Die Gruppe der geflüchteten Menschen mit Behinderung ist heterogen. Die Menschen unterscheiden sich in ihren Lebensgeschichten, ihren Wünschen, ihrem Alter, in ihren Fähigkeiten, ihren unmittelbaren Teilhabebedarfen und ihrem Aufenthaltsstatus. Geflüchtete Menschen mit Behinderung haben in Deutschland einen grundsätzlichen Anspruch auf bestimmte Sach- und Dienstleistungen (wie z.B. Hilfsmittel, Therapien, Teilhabeleistungen, Hilfen für Familien mit einem Kind mit Behinderung, Frühförderung, Schulbegleitung, Pflegeleistungen) oder die Vermittlung einer barrierefreien Wohnung. Ziel des Seminars ist es daher, haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte der Sozialen Arbeit im Kontext von Flucht und Behinderung weiterzubilden, damit geflüchtete Menschen mit Behinderung und/oder chronischen Erkrankungen einen Zugang zu gesundheitlichen und sozialen Teilhabe- und Versorgungsleistungen erhalten.

     
    Veranstaltungen November 2018
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