Kursdetails

    SEMINAR-NR. I6-560 /19

    Projekt B
    Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen der Hilfe zur Erziehung
    Qualifizierung zum*zur Beteiligungskoordinator*in - Reihe D

    Wann
    13.02.2019, 14:00 Uhr - 06.12.2019, 14:00 Uhr
     
    Zielgruppe
    Fach- und Leitungskräfte in stationären Hilfen zur Erziehung der AWO
     
    Leitung
    Zinser, Claudia
     
    Zuständig
    Hubert Lautenbach
     
    Ort
    Rolandseck (D1 und D3) und Berlin (D2)
     
    TN-Beitrag
    840 € inklusive Unterkunft und Verpflegung
     
    Download Seminarinfo

    Partizipation nimmt das Thema Machtverteilung in Strukturen und Beziehungen kritisch in den Blick. Partizipation von Kindern ist ein UN-Kinderrecht; sie soll insbesondere die Kinder und Jugendlichen in Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung stärken und befähigen und trägt auch zum Schutz innerhalb der Einrichtungen bei. Entsprechend ist Beteiligung zum einen eng verbunden mit einer partizipativen pädagogischen Haltung und Methodenkompetenz der Mitarbeiter*innen. Zum anderen sind nach dem Bundeskinderschutzgesetz von 2012 durch den Träger verbindliche institutionelle Abläufe und strukturelle Rahmenbedingungen zu schaffen, die Partizipation ermöglichen, stärken und verstetigen: u.a. zielgruppenorientierte Beteiligungsmöglichkeiten, die Einrichtung eines Beschwerdemanagements, Ombudschaften. Die strukturelle Absicherung ermöglicht kontinuierliche Partizipation - auch über "Durststrecken" hinweg. Doch Strukturen müssen mit Leben gefüllt werden. Entscheidend ist, dass die Umsetzung von Partizipation für die Kinder und Jugendlichen lebendig und erfahrbar wird und die Mitarbeiter*innen in die Erprobung von Formen und Methoden einbezogen werden. Mithilfe von gezielter Beobachtung und Evaluation können die Partizipationsformen immer wieder neu methodisch und inhaltlich an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden (z.B. an unbegleitete minderjährige Geflüchtete). Die Realität zeigt, dass sowohl inhaltlich-methodisch als auch strukturell in den Einrichtungen noch "viel Luft nach oben" für Kinder- und Jugendbeteiligung ist. In dieser Ambivalenz zwischen Wünschenswertem und Machbaren ist diese Fortbildung angesiedelt. Die Zertifikatsreihe richtet sich vor allem an Mitarbeiter*innen oder Führungskräfte in den Einrichtungen der Hilfe zur Erziehung, die sich im Arbeitsalltag bereits mit dem Thema Partizipation auseinandersetzen und dies noch konkreter umsetzen wollen - auch interessierte Neulinge sind willkommen. Von der Verankerung im Konzept, über die Entwicklung von Rechtekatalogen und Verhaltenskodizes bis hin zu Beteiligungsgremien und spontaner Beteiligung im Alltag gilt es, eine gemeinsame Beteiligungskultur in der Einrichtung zu schaffen und beratend für andere Einrichtungen zur Verfügung zu stehen. Eine Erprobung von Partizipationsvorhaben findet bereits während der Fortbildung statt. Die Ergebnisse dieses Prozesses werden in einem Zertifikatsbericht festgehalten. Die Unterstützung der Fortbildung durch die Führungsebene ist explizit erwünscht. Dazu gehört ein angemessener zeitlicher Rahmen für Realisierung des Partizipationsvorhabens ebenso wie die Ermöglichung der Teilnahme an allen 3 Modulen und dem Netzwerktreffen Partizipation im Anschluss an Modul 2. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt der Qualifizierung: - Was bedeutet Beteiligung genau? Beteiligungsstufen und -modelle - Woran erkenne ich qualitativ hochwertige Beteiligung? Welche Methoden haben sich für welche Zielgruppe bewährt? Was macht gelingende Beteiligung aus? - Der Umgang mit der Machtfrage: Was macht eine partizipative Grundhaltung aus? Was bedeutet meine persönliche Geschichte für meine partizipative Haltung? - Wie gewinne ich mein Team für die Implementierung von Beteiligungsstrukturen und das Einlassen auf immer wieder neue Beteiligungsprozesse? - Wie gehe ich mit Stolpersteinen um? - Der Beteiligungsprozess: Wie initiiere ich ihn? Wie halte ich ihn am Laufen? Wie schließe ich ihn gut ab? - Beteiligungskoordinator*in: Welche Aufgaben fallen an? Was kann er/sie unter den jeweiligen Rahmenbedingungen leisten? Ziele der Qualifizierung: Die Fortbildung dient der inhaltlichen, methodischen und didaktischen Qualifizierung der Teilnehmenden. Ausgangspunkte der Qualifizierung sind die professionellen Erfahrungen bzw. eine bereits bestehende Beteiligungspraxis der Teilnehmenden und die Besonderheiten ihrer Arbeitskontexte. Entsprechend werden die Beteiligungschancen und -lücken der eigenen Einrichtung analysiert. In den Phasen zwischen den Fortbildungsblöcken werden die erlernten Verfahren erprobt bzw. strukturell implementiert, wofür eine entsprechende Bereitschaft seitens der entsendenden Einrichtung hilfreich ist. Darüber hinaus sollen die Teilnehmenden das Wissen und Können nicht nur in ihrer eigenen Einrichtung umsetzen, sondern dazu befähigt werden, diese Implementierungserfahrung als Beteiligungskoordinator*innen an andere Fach- und Leitungskräfte in stationären Hilfen zur Erziehung weiterzugeben. Kollegialer Austausch und Coaching: Auf dem Online-Portal AWO-Net wird eine geschlossene Gruppe für die Kursteilnehmer*innen eingerichtet. Zwischen den Qualifizierungsblöcken dient die Plattform dem kollegialen Austausch und der überregionalen kollegialen Zusammenarbeit. Es wird einzelne Online-Termine mit der Kursleiterin geben, um für die laufenden Prozesse Coaching zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren können hier Kursleiterin und Teilnehmende interessante Erkenntnisse und methodische Erfahrungen, Fachartikel, Materialsammlungen u.v.m. einstellen. Die Online-Gruppe kann von den Beteiligungskoordinator*innen über den Kurs hinaus als Austauschforum genutzt werden. Weitere Informationen zu den Modulen und zur Zertifizierung finden Sie im Download Seminarinfo. Termine: Modul 1: 13.02. - 15.02.2019 Modul 2: 20.05. - 22.05.2019 Modul 3: 04.12. - 06.12.2019

     
    Veranstaltungen November 2018
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