Kursdetails

    SEMINAR-NR. A5-692A/18

    Und keiner kann's glauben - Stressfaktor Arbeitslosigkeit
    Gesundheitsgespräche sowie Stressmanagement für Arbeitslose

    Wann
    03.07.2018, 10:00 Uhr - 05.07.2018, 16:30 Uhr
     
    Zielgruppe
    Mitarbeiter*innen aus Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen, die mit langzeitarbeitslosen Menschen arbeiten
     
    Leitung
    N.N.,
     
    Zuständig
    Antje Helbig
     
    Ort
    AWO Tagungszentrum Haus Humboldtstein, Remagen-Rolandseck
     
    TN-Beitrag
    800 € (Externe: 850 €) inklusive Unterkunft und Verpflegung
     
    Download Seminarinfo

    Die gesundheitliche Situation von arbeitslosen Menschen ist ein Thema, das seit ein paar Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt. So zeigen Studien, dass die Arbeitslosigkeit Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat. Vielfach sind die Krankenstände erhöht, teilweise zeigen sich ungünstige Verhaltensweisen. Um das Ziel einer nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt zu fördern, muss die individuelle Situation und Motivationslage der Betroffenen einbezogen werden, dies gilt insbesondere auch für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention. Mitarbeiter*innen von Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen können dazu beitragen, diesen Prozess zu unterstützen. In der Schulung, die der AWO Bundesverband in Zusammenarbeit mit dem Team Gesundheit anbietet, sollen Mitarbeiter*innen von Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen der AWO befähigt werden, angemessen und kompetent mit den Teilnehmer*innen ihrer Maßnahmen im gesundheitlichen Bereich arbeiten zu können. Dies geschieht dadurch, dass ihre Gesprächsführungskompetenzen erweitert werden, um die Veränderungsbe-reitschaft zu einem gesundheitsgerechteren Lebensstil bei den Arbeitslosen zu erhöhen. Eine Refinanzierung ist teilweise über die gesetzliche Krankenversicherung möglich. Normalerweise beinhaltet die Schulung 5 Tage, wir haben sie auf 3 Tage angepasst. Es wird von den Teilnehmenden erwartet, dass Sie sich nach der Schulung im Selbststudium noch bestimmte Inhalte aneignen. Die Schulung beinhaltet zwei Teile: Der erste Teil "Gesundheitsgespräche mit Arbeitslosen" gibt notwendiges Hintergrundwissen zu relevanten gesundheitlichen Problemen der Zielgruppe. Hier werden die grundlegenden Techniken und Prinzipien der Methode des "Motivational Interviewing" nach MILLER und ROLLNICK vermittelt und eingeübt. Durch diese Art der Gesprächsführung soll zunächst das Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit als wesentliche Voraussetzung für eine Arbeitsmarktintegration geschaffen werden, um Eigenverantwortung zu fördern, das Gesundheitsbewusstsein zu stärken und zu verändern. Die Gespräche verfolgen somit das Ziel, das Gesundheitsverhalten der Arbeitslosen zu verbessern - sie werden auf freiwilliger Basis geführt. In diesem Kontext sind auch der salutogenetische Ansatz von Antonovsky sowie das transtheoretische Modell der Verhaltensänderung zentrale Konzepte, die im Bereich der arbeitsmarktintegrativen Gesundheitsförderung Anwendung finden und in der Schulung vorgestellt werden. Deutlich ist, dass Gesundheitsziele nicht "von oben" vorgegeben werden können. Sie lassen sich nur erfolgreich umsetzen, wenn die Akzeptanz gewährleistet ist. Die Schulung ist so konzipiert, dass die theoretischen Inhalte direkt in praktischen Übungen erprobt werden. Es stehen außerdem unterstützende Materialien zur Verfügung. Der zweite Teil der Gesundheitsschulung beinhaltet den Präventionskurs "Und keiner kann's glauben - Stressfaktor Arbeitslosigkeit". Dieser verfolgt neben den individuellen Gesundheitskompetenzberatungen auch das Ziel, selbstverantwortliches Gesundheitsverhalten und eine adäquate Problembewältigung arbeitslosenspezifischer Belastungen in der Gruppe zu stärken. Die Teilnehmenden werden geschult, den Präventionskurs in ihren Einrichtungen anzubieten. Der Präventionskurs ist bewusst auf die Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen zugeschnitten. Bislang richteten sich alle Maßnahmen der Primärprävention aus dem Bereich der multimodalen Stressbewältigung an berufstätige Personen und berücksichtigten nicht die speziellen Bedürfnisse und Ängste von arbeitslosen Menschen. Eine Refinanzierung des Präventionskurses seitens der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ist unter bestimmten Umständen möglich. Sollte eine Finanzierung über die GKV gewünscht sein, kommen für die Durchführung des Kurses nur Fachkräfte aus dem Bereich der psychosozialen Gesundheit in Betracht, die über eine staatlich anerkannte Aus-bildung verfügen, insbesondere als Psycholog*innen, Pädagog*innen, Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Sozialwissenschaftler*innen, Gesundheitswissenschaftler*innen (Abschlüsse: Diplom, Magister, Master, Bachelor) sowie Ärzte und Ärztinnen. Zur Unterstützung der zukünftigen Kursleiter*innen wird ein Trainermanual bereitgestellt, das für die Durchführung des Kurses vollständig die Trainings- und Teilnahmematerialien enthält.

     
    Veranstaltungen Februar 2018
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